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Leitfaden: Belichtung bei den Digitalkameras
Belichtung, Geschwindigkeit, Durchmesser der optischen Linse (Apertur), ISO ... alles scheint so kompliziert zu sein, finden Sie nicht? Die Tatsache, dass die heutigen Kameras alle diese Funktionen sehr gut erledigen, macht sie noch mehr zu einem Mysterium. Eine Einstellung bleibt jedoch noch in Ihrer Macht: Die Belichtungskorrektur, die einfach zu verstehen ist - und einfach zu benutzen!
Franck Mée
Veröffentlicht: September 04, 2009
Histogramm
Das Histogramm ist ein sehr gutes Hilfsmittel, und manchmal ist es präziser, als ein Bildschirm, auf dem es angezeigt wird (was manchmal schwierig zu sehen ist, besonders bei hellem Sonnenlicht). Man kann mit einem Histogramm auch das Belichtungsniveau eines Bildes überprüfen. Für jedes Lichtniveau, von dem dunkelsten bis zum hellsten, zeigt es, wie viele Pixel sich auf der spezifischen Helligkeitsebenen befinden. Schauen wir uns diese drei Histogramme an, für die Gradienten von Schwarz bis Weiß. In der Mitte, bei normaler Belichtung, ist das schwarze Quadrat nicht völlig schwarz, und das weiße ist das einzige, das wirklich weiß ist. Jedes einzelne Quadrat ergibt entlang des Histogramms eine Spitze der Pixel dieser Helligkeit. Wo der Helligkeitswert über –2 EV ist, gibt es viel mehr schwarze Pixel, als jede andere Farbe. Unten, wo das Bild mit +2 EV überlichtet ist, dominieren die weißen Pixel so sehr, dass man die grauen in der Mitte gar nicht sehen kann. In der Regel sollte das Histogramm bei einem realistischem Bild in der Mitte sein und zumindest teilweise symmetrisch sein. Je mehr das Histogramm nach links ausschlägt, desto dunkler ist das Bild, und umgekehrt. Manche Fotografen werden das Histogramm mehr auf die eine oder andere Seite bevorzugen. Die Nachtaufnahmen werden natürlich eine Menge schwarzer Farbe haben, während das Porträt von David Hamilton zu hell sein wird.
Das Grundlegende

Die Einstellung der Belichtung stellt sicher, dass das Bild entweder nicht zu zu hell oder nicht zu dunkel wird.

Bei den meisten Digitalkameras wird die Belichtung automatisch eingestellt, indem eine Auswahl zwischen den unterschiedlichen Einstellungen getroffen wird, um sie alle einheitlich zu machen. Diese Hilfsmittel sind nicht immer perfekt, so dass es auch eine Option zur Einstellung der Belichtung gibt, so dass der Anwender in der Lage ist, zwischen einem „hellerem“ und einem „dunklem“ Foto zu wählen.

Die erweiterten Einstellungen ermöglichen, dass jeder Aspekt der Belichtung kontrolliert werden kann, aber darüber bei einer anderen Gelegenheit...

Es war eine dunkle und stürmische Nacht ...

Wenn Sie ein Bild machen wollen, so stützt sich der Sensor in der Kamera auf Millionen individualler Detektoren, die die Ebene des Lichts, das auf jeden einzelenen Sensor gefallen ist, misst. Jedes einzelne Pixel kann mit einem Brunnen vergleichen werden, der allmählich mit Regentröpfchen gefüllt wird: Wenn es nicht genug Wasser gibt, dann wird die Ebene nicht das höchste Niveau erreichen, und wenn es zu viel Wasser gibt, dann wird ein Teil ausgießen. Der erste Fall in unserer Metapher würde zu schwarzen Pixel führen, während der zweite Fall zu weißen Pixel führen würde. Das Ziel ist, ausreichend Wasser in jedem Brunnen zu haben, so dass wir dann ganz genau den Inhalt messen können, mit einer Minimierung der Anzahl der fehlenden oder vergossenen Pixel.

Um dies machen zu können, prüfen wir zuerst drei verschiedene Faktoren: Die Menge des Lichts, das durch das Objektiv entflieht ( "aperture", z. B. als 'f / 4 ' gemessen), die Zeit, während die Objektive geöffnet sind ('Geschwindigkeit' z.B. als '1 / 100' s gemessen ) und die Sensor-Empfindlichkeit (z. B. '200 ISO ').

Der Durchmesser der optischen Linse entspricht der Intensität des Regens, der auf den Brunnen fällt: Wenn der Sturm zu stark ist, dann werden die Brunnen schneller mit Wasser gefüllt, als wenn es weniger regnen würde. Die Geschwindigkeit entspricht der Dauer des Sturms: Solange es mit gleicher Intensität regnet, so wird der Regen, der eine Woche lang dauert, die Brunnen mehr mit Wasser füllen, als wenn es nur einen Tag geregnet hätte. Am Ende wäre noch zu sagen, dass die Empfindlichkeit dem Durchmesser des Brunnens entspricht: Diejenigen, die einen kleineren Durchmesser haben, werden schneller voll.

Es gibt, wie Sie sehen können, verschiedene Möglichkeiten, jeden Brunnen mit der richtigen Menge an Wasser zu füllen. Ein starker Sturm, der z.B. einige Stunden dauert, wird einen kleinen Brunnen bis zum gleichem Niveau mit Wasser füllen, als wenn ein groβer Brunnen mit Regentröpfen eine ganze Woche lang gefüllt würde. So wird ein Foto, dass mit einer Geschwindigkeit von 1/1000s bei f/2 und 800 ISO aufgenommen wurde, die gleiche Belichtung haben, wie das von 1 / 15 s bei f / 8 und 200 ISO.

In der Praxis 

Sehen Sie sich die drei verschiedenen Testkarten unten an, vor allem den Gradienten, der im unteren Teil von jeder von ihnen, von weiß über grau bis schwarz entlang reicht. In der Mitte ist jedes einzelne Quadrat klar definiert und von anderen getrennt: Es gibt keine Brunnen die „überflutet“ sind, und diejenigen, die nicht genug Wasser haben, auch nicht. Das ist ein ideales Ergebnis.

In der Abbildung oben, bilden die letzten vier Nuancen einen Quadrat mit schwarzer Farbe. Zu wenig Belichtung, es hat in den Brunnen zu wenig geregnet, um messen zu können, wie viel sich Wasser in dem Brunnen befindet. In der Abbildung unten haben wir das umgekehrte Problem, und die sieben Quadrate links, bilden einen Quadrat mit weißer Farbe: Diese Brunnen sind voll mit Wasser, so dass ein Teil ausgieβen musste und wir können nicht sagen, wie viel es in den Brunnen geregnet hat.

Für das erste Bild sagen wir, dass es unterbelichtet ist, weil wir nicht zugelassen haben, dass genügend Licht auf den Sensor fällt, während das zweite Bild überlichtet ist, weil es zu viel licht gibt.

Natürlich ist es möglich, diese beiden Fälle auf einem Bild zu haben. Diesen Fall haben wir manchmal, wenn man ein Foto im Schatten eines Gebäudes macht. Auf solchem Bild nähern wir uns der Grenze der Möglichkeit des integrierten Sensoren an und es gibt keine magische Lösung, die für einen gut beleuchteten Himmel und Details im Schatten sorgen könnte.


Belichtungskorrektur

Sie wollen doch nicht jedes Mal alleine die richtige Kombination wählen: Das Ziel ist, ein gutes Foto zu bekommen, das überall Details hat, nicht zu hell ist, aber auch nicht zu dunkel..

In den meisten Fällen erledigt das für Sie der automatische Modus der Kamera, aber manchmal kann es auch zu Fehlern kommen. Um eine umgehende Lösung dieses Problem zu finden, bieten die Kameras die Belichtungskorrektur an, wobei verschiedene Werte von EV (Exposure Value) eingestellt werden können. Diese Funktion finden Sie, wenn Sie nach einem Quadrat suchen, das ein Plus und Minus hat (auf weißem oder schwarzem Hintergrund). Auf der linken Seite des Bildes können Sie sehen, wie das bei der Canon Kompaktkamera aussieht, und rechts auf der Pentax SLR-Kamera.

Wir weisen noch einmal hin, dass bei den Kompaktkameras, diese Einstellung nicht im Automatik-Modus zur Verfügung steht. Möglicherweise müssen Sie in den "P"-Modus wechseln, wo dem Benutzer mehrere Optionen geboten werden.

Die meisten Hersteller verwenden die gleiche Schnittstelle: Wenn Sie auf die erwähnte Taste drücken, dann erscheint eine Skala mit einem Cursor, den Sie bewegen können. Wenn Sie den Cursor in Richtung Minus bewegen, dann bekommen Sie ein dunkleres Bild, und umgekehrt. Die drei Testkarten oben haben wir so bekommen: Die Kamera selbst war gleich eingestellt, aber  EV war auf -2,0 und +2 eingestellt. Die Kompaktkameras werden die Anzeige in echter Zeit aktualisieren, um zu sehen, wie die Fotos aussehen werden. Wenn Sie den Sucher auf einer SLR Kamera benutzen, so  müssen Sie sich auf die Skala und Ihre eigene Erfahrung während der Einstellungen verlassen müssen.


Die Belichtungseinstellung ist keine Option, die häufig benutzt wird, da die automatischen Einstellungen bei den meisten Kompaktkameras von heute sehr gut gelöst sind. Allerdings ist es gut zu wissen, dass es so eine einfache Einstellung gibt. Sie kann Ihnen helfen, dass der Himmel nicht als einseitiger grauer Weiß-Quadrat aussieht oder um die Details von den Objekten, die sich im Schatten verbergen, hervorzuheben.

Das Spiel mit der Belichtung kann auch eine künstlerische Wahl sein: Die überlichteten Bilder verleihen manchmal einen träumerischen Eindruck, während die unterbelichteten als geschlossen und geheimnisvoll wirken.

Die Belichtung ist in der Regel ein grundlegendes Konzept in der Fotografie, und wir kommen immer wieder auf sie zurück, denn drei Funktionen, die dazu beitragen, haben eine große Wirkung auf  die anderen Bereiche.

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